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LANDPLAGEN

JUNI 2021 – BEI PRO DUNAS KLINGT DAS WARNSIGNAL
Plagen in den Mittelmeer-Kiefern (Pinus pinea) im Natur-Monument “Dünen von Artola”?

Was wissen wir über den Borkenkäfer (Tomicus piniperda)

Borkenkäfer sind in gesunden, natürlich gewachsenen, artenreichen Wäldern ein wichtiger Bestandteil des Kreislaufs innerhalb des Ökosystems des Waldes. In solchen Wäldern kann der Käfer ausschließlich alte, kranke oder schlecht angepasste Bäume befallen und führt so die Nährstoffe dieser Bäume dem Stoffkreislauf zurück. Neben der Bereitstellung von Nährstoffen schafft der Käfer so Platz für jüngere, besser angepasste Bäume. Massenvermehrungen sind in solchen Wäldern nahezu ausgeschlossen.

Nordeuropäische Länder kämpfen zurzeit mit einer Borkenkäferplage, die innerhalb kürzester Zeit zu sehr großen Schäden vor allem an Fichten (Picea abies (L . H.KA R S T.)), aber auch an anderen Nadel- oder Laubbäumen führt. So werden beispielsweise im Nationalpark Harz in Deutschland jährlich über 70 km2 Fichtenwald zerstört. In einigen Regionen sind bereits 90% des Fichtenbestands abgestorben (Abb. 1). In den Waldgebieten Deutschlands wird der Schaden auf über zwei Milliarden Euro geschätzt, 6 Millionen m3 Holz gehen so jährlich verloren. Die Ursache für den Borkenkäferbefall wird in den historisch bedingten Monokulturen der Bäume in Verbindung mit dem Klimawandel gesehen, der die Bäume durch Dürreperioden, harte Winter, Stürme etc. schwächt und so die natürlichen Abwehrmechanismen der Bäume gegenüber Schädlingsbefall zerstören.

Im Frühjahr schwärmen Borkenkäfer, die je nach Art nur 1-6mm groß sind, ab einer Temperatur von 16°C und trockenen Wetters aus, um vor allem kranke Fichten zu zehntausenden zu befallen. Die Männchen dringen innerhalb von etwa 24 Stunden durch die Rinde in den Baum ein und bauen eine Hochzeitskammer. Im Anschluss werden die Weibchen durch Pheromone vom Männchen angelockt und ziehen in die Hochzeitskammer ein. Nach der Paarung beginnen die Käfer Gänge anzulegen an deren Rändern Eier abgelegt werden (Abb. 2). Die daraus schlüpfenden Larven erweitern während des Wachstums diese Gänge und durchtrennen so die Nährstoffbahnen der Bäume dicht unterhalb der Rinde, wodurch die Abwehrkräfte des Baumes weiter geschwächt werden. Bei einer Besiedelung eines Baumes mit vielen Käferfamilien, kann so ein Befall trotz des im Vergleich zur Größe des Baumes geringen Schadens, ein Ausmaß annehmen, dass der Baum „verhungert“.

Die Lockstoffe und somit die Sprache der Insekten, sind in kurzreichweitige Komponenten mit hohem Informationsgehalt und einer Reichweite von bis zu 100 Metern und langreichweitige mit weniger Informationsgehalt und einer Reichweite von mehreren Kilometern untergliedert.

Dabei dienen die Langreichweitigen dem Auffinden von Arealen, die bereits geschwächt sind und leicht von den Käfern besiedelt werden können, während die kurzreichweitigen die Besiedelung der einzelnen Bäume steuert.

Auf diese Weise kann sich ein Borkenkäfer Unterstützung von weiteren Artgenossen holen, um die Abwehrkräfte der Bäume zu mindern oder anderen Käfern mitteilen, dass der Baum bereits voll besiedelt ist und so die anfliegenden Käfer auf Nachbarbäume umlenkt. Das Bohrmehl sorgt für eine zusätzliche Verbreitung der Pheromone insbesondere bei warmen Temperaturen. Durch diese Mechanismen kann eine Käferpopulation so groß werden, dass auch gesunde Bäume, deren Abwehrkräfte im Normalfall ausreichen, um einen Befall abzuwehren, von Käfern besiedelt und getötet werden können.

Die Forstwirtschaftler und Regionalregierungen reagieren durch großflächige Abholzungen der Bäume, dem Aufstellen Pheromonfallen oder Fangholzhaufen und Aufforstungen mit Bäumen, die dem Klimawandel gegenüber resistenter sind. Inzwischen breitet sich der Borkenkäfer weiter aus und erreichte in den letzten Jahren seit etwa 2017 mit besonders heißen und trockenen Sommern auch Frankreich und weitere europäische Länder.

Zum besseren Verständnis der Käfermigration sowie dem Schutz der Wälder werden moderne computergesteuerte, autonome Käferfallen entwickelt, über die die Migration der Käfer überwacht werden kann.

Im Naturschutzgebiet Artola wurden nun absterbende Bäume gefunden, die deutliche Bohrlöcher von Insekten aufweisen (Abb. 3). Die Vereinigung ProDunas Marbella bemüht sich um eine sofortige Untersuchung durch die Behörden der Stadt, Fachleuten aus der Forstwirtschaft und der Regional-Regierung Andalusiens, um die Insekten zu identifizieren und um festzustellen, ob es sich in Artola um ein natürliches Phänomen handelt oder ob sofortige Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Autor: Daniel
Clausthal University of Technology
Institute of Organic Chemistry

Abb. 1 – Durch Borkenkäfer abgestorbener Fichtenwald im Harz (Deutschland)

Abb. 2 – Durch Borkenkäfer geschädigtes Fichtenholz (Harz, Deutschland)

Abb. 3 – Mediterrane Kiefer im Natur-Monument Artola, Cabopino

FEBRUAR 2019 – DIE FURCHTERREGENDE RAUPE “PROCESIONARIA” (Thaumetopoea pityocampa)

ist in die wunderschöne Düne La Adelfa in Bahía de Marbella eingedrungen und hat einige Pinien angegriffen, welche wir vor 14 Jahren gepflanzt hatten.

ProDunas macht die Wartung, indem sie alle betroffenen Äste mit den Raupen-Nestern abgeschnitten hat und die Stadt Marbella hat alle Pinien sorgfältig angesprüht.

Unseren besten Dank geht an die Berufsleute aufgrund der raschen Abhilfe – mit Hilfe von Allen pflegen wir die Gesundheit der Pinien in dieser herrlichen Düne.

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Die Vereinigung ProDunas Marbella
Die Vereinigung arbeitet unaufhörlich zur Verteidigung und Bewahrung der einzigartigen Ökosystemen, welche noch in Naturgebieten mit Dünen in der Provinz Málaga existieren; sie setzt Impulse zum Schutz der einheimischen Flora und kleiner wilder Fauna; sie fördert die Rückgewinnung, Sanierung und den Erhalt der interessanten Biodiversität in den Dünenzonen der Gemeinde Marbella.